23/01/2026

Von Heidelbeeren und anderen kleinen Wundern

Die Outdoor-Tage der Klasse 7 zeigen, wie Natur, Gemeinschaft und Herausforderung Persönlichkeiten wachsen lassen.

Wanderungen in der Jahrgangsstufe 7 bilden einen zentralen Baustein der Salemer Pädagogik. Gerade in einer Phase intensiver körperlicher und emotionaler Veränderungen benötigen Jugendliche reale Herausforderungen, an denen sie Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen und Verantwortungsbewusstsein entwickeln können. Zugleich stärkt das Unterwegssein in der Natur die Klassengemeinschaft und wirkt sich positiv auf die Gruppendynamik aus. 

Wie kommt eine DaF-Lehrerin zu den Outdoor-Tagen der Klasse?

In einer Rundmail an alle KollegInnen wurde kurzfristig eine weibliche Begleitung für die 7. Klässler während der vier Wandertage im Bregenzerwald gesucht. Kurzentschlossen sagte ich am Abend vor Abreise zu.

Was erlebt man mit 13 Schülerinnen und Schülern - abseits von Komfort und digitalen Routinen -, die auf einer Tour von Bad Laterns zur Schutzhütte Freschen, weiter zum Franz-Josef-Haus in Fontanella und am Folgetag über den Schluchtensattel nach Oberdamüls und wieder zurück unterwegs sind?

Ich habe Kinder erlebt, die sehr anstrengende Wanderungen in einer atemberaubenden Landschaft gemeistert haben, die sich gegenseitig gestützt, unterstützt, geholfen haben: Welcher 13-jährige Junge trägt freiwillig einen weiteren Rucksack für seinen Klassenkameraden, der gestürzt ist? 

Ich habe die Freude und das Lachen der Kinder genossen, wie sie sich Heidelbeeren in den Mund gestopft haben und sich über ihre blauen Zungen und Münder amüsiert haben.

Kinder, die sich vier Tage ohne Handy, Spiele ausgedacht haben, Höhlen erforscht und wilde Kissenschlachten im Matratzenlager geliefert haben.

Ich habe Kinder erlebt, die sich nach einem herausfordernden 16 km Marsch noch nie so sehr auf eine heiße Dusche und „Schniposa“ (Schnitzel mit Pommes und Salat) gefreut haben.

Ich bin dankbar, dass ich diese vier Tage mit den Schülern der 7. Klasse und mit wunderbaren Kolleg:innen verbringen konnte. Zu erleben, wie wertvoll und wichtig unsere pädagogische Arbeit ist, war mein persönliches Highlight zu Beginn des Schuljahres 2025.

Genau hier setzt das entwicklungspädagogische Stufenkonzept der Schule an, das Lernen als Erfahrungsprozess versteht. Einfache Unterkünfte und das bewusste Unterwegssein in der Natur prägen dies Outdoor-Tage und machen erlebbar, wie ganzheitliche Erziehung wirkt. Durch Abenteuer, Verantwortung und Outdoor-Aktivitäten wird das individuelle Potential gefördert und zugleich Persönlichkeit, Gemeinschaft und innere Souveränität gestärkt – ganz im Sinne des Mottos der Schule Schloss Salem: „Plus est en vous!“

 

von Simone Maurer, Lehrerin für Deutsch und DaF

und Petra Spielvogel, Fachschaftsleiterin Naturwissenschaft und Technik, Lehrerin für Naturwissenschaft und Technik, Physik, Sport

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