17/12/2025

Finnland 1925 neu erlebt

von Eugen Balzer, Fachschaft Outdoor
Eine Expedition auf historischer Route macht den Geist von 1925 neu erfahrbar – und zeigt, wie lebendig Salems erlebnispädagogische Ursprünge bis heute sind.

Bei der Beschäftigung mit den Ursprüngen der Salemer Erlebnispädagogik führte mich ein historischer Fund unmittelbar ins Jahr 1925: Marina Ewald, Lehrerin in Salem, enge Mitarbeiterin Kurt Hahns und eine der prägenden Frauen der frühen Schulgeschichte, leitete damals eine vierwöchige Finnland-Expedition mit 20 Schülern – als einzige Erwachsene und einzige Frau der Fahrt. Rückblickend gilt diese Unternehmung als früher Prototyp dessen, was später unter Outward Bound weltweite Wirkung entfalten sollte.

Hundert Jahre später entstand daraus ein persönliches Projekt. Im Vorfeld der jährlichen Outward-Bound-Expedition unserer 9. Klassen bereiste ich die historische Route durch Finnland erneut – als bewusste Annäherung an den Geist dieser „Ur-Expedition“. Die Route folgte in weiten Teilen jener Strecke, die Marina Ewald bereits 1925 mit ihrer Gruppe zurückgelegt hatte – über Landwege, paddelnd und mit dem Schiff durch das finnische Seensystem. An vielen Orten und in zahlreichen Situationen ließen sich ihre eindrücklichen Schilderungen unmittelbar nachempfinden und wurden lebendig: das freie Wählen der Lagerplätze, das gemeinsame Leben aus der Natur, das allmähliche Wachsen von Selbstvertrauen und Gemeinschaft.

Während der anschließenden Outward-Bound-Expedition unserer 9. Klassen wurde mir – mit der Finnlandreise im Hintergrund – noch deutlicher, wie präsent der Geist dieser frühen Expedition bis heute ist. Im gemeinsamen Unterwegssein, im Aushalten von Unsicherheit und im Vertrauen auf den eigenen Weg wirkt Marina Ewalds Vermächtnis fort.

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