20.07.2020
Stolperstein für Widerstandskämpfer Hans-Ulrich von Oertzen auf Schloss Spetzgart
Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte am 13. Juli 2020 einen Stolperstein für den Widerstandskämpfer und Absolventen der Schule Schloss Salem Hans-Ulrich von Oertzen auf Schloss Spetzgart.

Am 13. Juli 2020 verlegte Gunter Demnig auf Schloss Spetzgart einen Stolperstein für Hans-Ulrich von Oertzen. Bundesweit erinnern Stolpersteine an die Opfer des NS-Regimes. Hans-Ulrich von Oertzen kam 1929 nach dem Tod seines Vaters als Stipendiat an die Schule Schloss Salem. 1933 legte er auf Schloss Spetzgart sein Abitur ab. Nach seiner Schulzeit durchlief er die Offiziersausbildung in der Wehrmacht und stand anfangs noch auf der Seite der Nationalsozialisten. Nach den Erfahrungen und Erlebnissen im Vernichtungskrieg in Russland schloss er sich dann aber der Widerstandsgruppe um Graf Stauffenberg an. Nachdem der Putschversuch am 20. Juli 1944 scheiterte, nahm er sich am 21. Juli 1944 das Leben. Gesamtleiter Bernd Westermeyer sprach in seiner Begrüßung auch von diesen Licht- und Schattenseiten im Leben des Widerstandskämpfers und betonte, dass von Oertzen diese Würdigung verdiene. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler, sowie viele Kolleginnen und Kollegen nahmen an der schlichten und feierlichen Zeremonie teil.

Bereits am 21. Mai 2014 wurden an derselben Stelle zwei Stolpersteine für Paul Hinrichsen und Erik Blumenfeld verlegt. Beide waren sogenannte "Halb-Juden". Hinrichsen wurde in Auschwitz ermordet, Blumenfeld überlebte Auschwitz und wurde später für die CDU Mitglied im Bundestag.

  
 

Kooperation Schule Schloss Salem mit der Stiftung 20. Juli 1944

Bernd Westermeyer wies bei diesem Anlass auf die Kooperation zwischen der Stiftung 20. Juli 1944 und der Schule Schloss Salem hin. Sie besteht seit Dezember 2019 und beide Partner verpflichten sich im Partnerschaftsvertrag zur gegenseitigen Unterstützung und zur Umsetzung gemeinsamer Projekte. Das Attentat vom 20. Juli 1944 auf Hitler war der bedeutendste Umsturzversuch des militärischen Widerstands in der Zeit des Nationalsozialismus.  Die Verbindung zur Stiftung ist eng, da neben Ulrich von Oertzen nach dem 2. Weltkrieg auch der Sohn von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Berthold Schenk Graf von Stauffenberg, die Schule Schloss Salem in den Jahren 1947 bis 1965 besuchte. Claus Schenk Graf von Stauffenberg war die zentrale Figur beim Umsturzversuch am 20. Juli 1944.

Zum Start der Kooperation fuhren eine Salemer Schülerin und ein Salemer Schüler im März 2020 gemeinsam mit dem Geschichtslehrer Dr. Paul Ross zu einer spannenden Informations- und Diskussionsveranstaltung nach Berlin.
 

STIFTUNG – SPUREN - Gunter Demnig

Initiator der Stolpersteine ist der Künstler Gunter Demnig, der im Jahre 2000 die ersten amtlich genehmigten Steine in Köln verlegen konnte. Mit den Stolpersteinen erinnert er europaweit an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing in Gehwege einlässt. Auf jedem Stolperstein dokumentiert er die Lebensdaten einer von den Nationalsozialisten verfolgten Person. Mit den Stolpersteinen möchte Demnig diesen Menschen ihren Namen zurückgeben und bringt mit den Namen auch die Geschichten an den Ort zurück.

Nach der Steinverlegung für Hans-Ulrich von Oertzen erzählt Gunter Demnig, dass bereits über 77.000 Steine verlegt seien und dass er fast alle persönlich verlegt habe. Die Verlegung der Stolpersteine sei dabei auf keinen Fall zur Routine geworden. Er sei nun, mit einem Abstecher über Gersthofen und Augsburg, auf dem Weg nach Salzburg. Dort werde er vor dem Festspielhaus 32 Steine für Musiker, Schauspieler und Intendanten verlegen.

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Persönlichkeiten bilden.
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