02/06/2026

Mitmachen statt zuschauen

von Antonia Werner, ABI 2
Henriette Reker beim Spetzgarter Abendbrot: Ein Gespräch über Ehrenamt, Verantwortung und die Frage, wie Demokratie im Alltag lebendig bleibt.

Am 11. Mai bot das traditionelle Spetzgarter Abendbrot weit mehr als einen Abend mit Vortrag und Dinner. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rolle Engagement und Verantwortung für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft spielen.

Nach der Einführung durch den Altsalemer Felix Mauser sprach die ehemalige Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker über das Ehrenamt als Fundament unserer Demokratie. Dabei hob sie hervor, dass demokratische Gesellschaften nicht allein von Institutionen leben, sondern von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv einzubringen. Zugleich warnte sie davor, immer mehr Aufgaben allein dem Staat zu überlassen.

Besonders eindrucksvoll war ihre Offenheit im Umgang mit den Herausforderungen politischen Engagements. Als parteilose Oberbürgermeisterin wurde Reker nach dem rechtsextrem motivierten Attentat auf sie im Jahr 2015 bundesweit bekannt. Dass sie trotz dieses traumatischen Erlebnisses die Wahl annahm und sich bis heute für demokratische Werte einsetzt, verlieh ihren Worten besondere Glaubwürdigkeit.

Im Anschluss an den Vortrag durfte ich gemeinsam mit Tim Schöneberger die Podiumsdiskussion moderieren. Themen waren unter anderem die politische Polarisierung, Frauen in der Politik, kommunale Verantwortung sowie Gewalt gegen Politikerinnen und Politiker. Die zahlreichen Fragen aus der Schülerschaft zeigten, wie groß das Interesse an diesen Themen auch an der Schule Schloss Salem sind.

Der Besuch von Henriette Reker und die von ihr mitgebrachten Fragen trafen auf genau das richtige Publikum. Verantwortung zu übernehmen und Gemeinschaft mitzugestalten gehört hier zum Alltag. Demokratie wird nicht nur im Unterricht behandelt, sondern in Projekten, Ämtern und Diskussionen gelebt - ein Aspekt, den Henriette Reker ausdrücklich hervorhob.

Am Ende blieb vor allem das Gefühl, Teil eines offenen und wichtigen Gesprächs darüber gewesen zu sein, wie Demokratie heute funktionieren kann und welche Verantwortung jede und jeder Einzelne dabei trägt.

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