16.07.2020
Feueralarm im Bienenstock - Einblicke in einen Superorganismus
Im Rahmen des Biologieunterrichts der Jahrgangsstufe 2 haben sich Charlotte Streicher und ihre Klasse mit dem Leben und Arbeiten der Bienen befasst.

Glücklicherweise haben wir hier auf dem Campus einen schuleigenen Imker. Herr Schwartzentruber kümmert sich neben seinen 24 Jungs auf seinem Flügel zusätzlich noch um ca. 80.000 Bienen, verteilt auf drei Völker. Er war bereit unserem Kurs eine kleine Tour zugeben. Seit Anfang dieses Jahres hat er einen Schaubienenkasten, dessen Wände aus Plexiglas bestehen und so einen genauen Einblick in das Innere des Bienenstocks erlauben.

Auf den ersten Blick scheint das Innenleben sehr einem der Jungshäuser von Herrn Schwartzentruber während einer Hausparty zu ähneln: chaotisch und überfüllt. Die Insekten, übrigens fast alle weiblich, scheinen planlos durcheinander zu wuseln. Bei genauem Betrachten erweist sich dies jedoch als Trugschluss, jede Biene hat ihre eigene ganz spezielle Aufgabe. Waben bauen, Larven füttern, Honig produzieren, die Temperatur regulieren oder Pollen sammeln, jede noch so kleine zu verrichtende Arbeit ist entscheidend für das Überleben des Volkes. Von einem Durcheinander also keine Spur.

Zwei Sorten von Bienen heben sich von den anderen Stockbewohnerinnen ab. Die Königin, welche wir bei unserem Besuch leider nicht entdecken konnten und die für das Legen sämtlicher Eier zuständig ist, und die Drohnen, die männlichen Bienen, welche zwischen März und April von den Arbeiterinnen aufgezogen werden und schließlich von Volk zu Volk fliegen, um Königinnen in der Umgebung zu befruchten.

Da der Schaubienenkasten nur Platz für ein relativ kleines Volk bietet, welches sich nicht zur Honigernte eignet, hat Herr Schwartzentruber uns noch mit zu seinen zwei anderen wesentlich größeren Völkern mitgenommen. Um in einen dieser Kästen hineinsehen oder Honig ernten zu können, ist es notwendig einen Imkeranzug anzuziehen, um nicht versehentlich gestochen zu werden. Eine weitere Vorsichtsmaßnahme beim Öffnen eines Kastens bildet das Bedampfen mit Hanfrauch, dabei verkriechen sich die Bienen in die Waben und fliegen nicht mehr herum, um ihren Stock zu verteidigen. Dieses Verhalten liegt nicht etwa daran, dass die Bienen high und träge werden, was vielleicht eine naheliegende Annahme im Zusammenhang mit Hanfrauch wäre. Im Gegenteil, die Beinen nehmen den Rauch als Gefahr war und denken, es würde in der Nähe ihres Stocks brennen. Als Vorsichtsmaßnahme beginnen sie alle so viel Honig wie möglich aus den Waben zu saugen, um ihn im Falle eines Feuers mit in Sicherheit nehmen zu können.

Um die Tiere nicht zu sehr zu stressen, haben wir die Kästen nach ein paar aufschlussreichen Blicken wieder geschlossen und in Ruhe gelassen.

Ein Dankeschön gebührt Herrn Schwartzentruber, für die Tour und der Erhaltung dieser wichtigen Spezies.

Charlotte Streicher, Abi2

Zurück
Persönlichkeiten bilden.
Diese Webseite nutzt Cookies, um sicherzustellen, dass Sie bei der Nutzung die bestmögliche Erfahrung machen. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie in der Datenschutzerklärung.
Ablehnen AKZEPTIEREN