Einblicke in das römische Leben am Bodensee

Wenn ich an die Bodenseeregion denke, fallen mir zuerst Apfelplantagen, Segelboote oder fürstliche Schlösser ein. Aber dass hier mal Römer gelebt haben sollen? Doch genau hier ließen sie sich einst nieder, zum Beispiel in den Städten Konstanz und Bregenz. Am 27. Juni besuchten wir, der Lateinkurs des Jahrgangs 8, die Wanderausstellung „Stadt – Land – Fluss“ im Vorarlberg Museum in Bregenz. Dort wurden wir in die Römische Antike versetzt. In Gruppen beschäftigen wir uns mit Stadthäusern (insulae), Gutshöfen (villae rusticae) und Militärlagern (castella). Die Soldaten hatten im Römischen Reich einen eigenen „Dress-Code“, auch am Bodensee. So mussten sie mit calcei (Sandalen), gladius (Schwert) und galea (Helm) in den Krieg ziehen. Aber nicht nur die Kleidung der Soldaten war fest bestimmt, sondern auch die der Bürgerinnen und Bürger, die sich nach wirtschaftlichem Stand unterschieden.

Männer und Frauen trugen eine tunica interior (Unterhemd). Bei den Männern kam noch eine toga (in Falten gelegte Stoffbahn) und bei den Frauen eine stola (langes Kleid) hinzu. Auch zwei unserer Schüler durften in römische Kleidung schlüpfen. Nachdem man als Römer richtig angezogen war, ging es auf den Marktplatz. Dort wurden Waren angepriesen und gefeilscht. Auch unsere zwei Salemer Römer durften nach einem langen Verkaufsgespräch einen Fisch, eine Suppe und einen Käse erwerben. Doch Speisen waren im Römischen Reich nicht nur zum Essen da, sondern man musste sich auch den Göttern gegenüber als dankbar erweisen. Jeder Gott ist für einen bestimmten Bereich zuständig, zum Beispiel Mars für den Krieg oder Ceres für die Erde und den Ackerbau. Also opferte man für den Gott, von dem man sich etwas erhoffte. Auch das spielten unsere beiden Römer vor einem Altar nach.

 

Hannes Dewender, 8D1