29.11.2019
Der Buß- und Bettag an der Schule Schloss Salem
Am Buß- und Bettag nehmen Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen, das Kollegium sowie viele Gäste an einem über sieben Kilometer langen Lauf teil.

Seit vielen Jahren ist der Buß- und Bettaglauf eine Salemer Tradition. Die gesamte Schule versammelt sich am Oberen Tor, um rund 7,5 Kilometer durch umliegende Felder und Wälder zu laufen. Der Lauf basiert auf einer früheren Wette zwischen Schülerinnen und Schülern und Lehrenden: Erreichen alle Kinder und Jugendlichen nach spätestens einer Stunde das Ziel, so fällt der tägliche Morgenlauf für die folgenden Wintermonate aus. Auch in diesem Jahr bereiteten sich alle auf den Lauf vor – an einem kalten, nebligen Mittwochnachmittag. Trotz anfänglichem Motivationstief mancher Teilnehmerinnen und Teilnehmer kam der Ansporn kurz nach dem Start. Wir genossen die frische Luft und vergaßen alle Sorgen. Für mich war es der dritte Buß- und Bettaglauf. Jedes Jahr finde ich mehr Freude daran, beim Sport Zeit mit meinen Freunden zu verbringen.

Die Ergebnisse

In den Jahrgängen 5/6 wurde eine kleinere Strecke von fünf Kilometern gelaufen. Bei den Mädchen dieser Altersstufe kam Albertine S. nach 32:02 Minuten als Erste ins Ziel, bei den Jungen war es Danila A. In den Jahrgängen 7/8 kam Zoe S. mit 34:51 Minuten als Erste ins Ziel; sie war auch insgesamt das schnellste Mädchen. Schnellster Junge in dieser Altersgruppe war Jianxuan X. mit 34:17 Minuten. In den Jahrgängen 9/10 kam Ana S. mit 40:44 Minuten als erstes Mädchen ins Ziel, Gleb P. mit 33:31 Minuten als erster Junge. Er ist auch Gesamtschnellster der männlichen Schüler vom Standort Schloss Salem. Erster des Salem International College wurde Elias H. mit 27:58 Minuten. Joshua Dixon, Mentor in Salem und Lehrer für Mathematik, brach mit 24:55 Minuten den Streckenrekord.

Laura Kolontai, 8E1

Gedanken zum Buß- und Bettag

Wir Schülerinnen und Schüler nahmen am Buß- und Bettaglauf teil, aber welche Bedeutung hat dieser Tag überhaupt? Er markiert einen Moment der Besinnung, des Innehaltens und der Gewissensprüfung jedes Einzelnen. Was für ein Mensch bin ich? Will ich so wirklich sein? Was bringe ich der Gemeinschaft? Man denkt über Versäumnisse nach und zieht kritische Bilanz.

Der Buß- und Bettag geht auf Notzeiten zurück. Die ganze Bevölkerung wurde in schwierigen Phasen zu Umkehr und Gebet aufgerufen. Das Wort „Buße“ bedeutet Abkehr von der Sünde oder Umorientierung. Besserung erlangen wir durch Vergebung, Toleranz und Denkfähigkeit. Wer Fehler bei sich selbst findet, soll die innere Bereitschaft erlangen, sich zu ändern, und ermutigt sein, einen Neuanfang zu wagen. Am Buß- und Bettag geht es aber nicht nur um den einzelnen Menschen. Es wird über Dinge nachgedacht, die alle angehen. Was läuft in der Welt gut? Oder: In welchem Bereich können wir uns noch verbessern?

Die Nationalsozialisten verlegten den Buß- und Bettag vom Mittwoch auf einen Sonntag und schafften ihn damit als Feiertag faktisch ab. Vielleicht wollten sie nicht, dass die Menschen Buße und Reue zeigten, da sie selbst extrem widersprüchlich zu den Werten handelten, für die der  Buß- und Bettag steht. Man überließ das Denken im Nationalsozialismus einer bestimmten Gruppe von Menschen. Und genau das wollen wir nicht mehr, genau das ist die wahre Bedeutung des Buß- und Bettags: Nachzudenken über die Ereignisse im Mikro- und Makrokosmos und was wir selbst darin für eine Rolle spielen. Der Buß- und Bettag soll uns daran erinnern, dass es Probleme und Krisen innerhalb wie außerhalb der Schulgrenzen gibt. Informiert euch über die Welt und über euren Nächsten, diskutiert und versucht, auch nur kleine Dinge zu verändern. In der Welt und in Salem. Denn wir sind Salem!

Ben Jagasia, 8D1

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Persönlichkeiten bilden.