29.11.2019
30 Jahre Mauerfall: Projekttag mit einem Zeitzeugen
Unser Lehrer Aik Reuter berichtete von seiner Kindheit und Jugend in der DDR, der Überwachung durch die Staatssicherheit und vom Mauerbau.

Wie war es eigentlich, in der DDR zu leben, und welche Bedeutung hatte die Mauer für die Ostdeutschen? Über dies und vieles mehr berichtete der Salemer Mathematik-, Geografie- und Sportlehrer am 9. November 2019 zum 30. Jahrestag des Mauerfalls. Die Schule Schloss Salem hatte einen Projekttag für die Jahrgänge 9 und 10 organisiert.

Herr Reuter trat in seiner damaligen Uniform der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR auf und erzählte von seinen Erfahrungen und der paramilitärischen Ausbildung beim kommunistischen Jugendverband Freie Deutsche Jugend (FDJ) und der Gesellschaft für Sport und Technik (GST). Er gab uns ein Bild vom Leben in der DDR  und beschrieb die genaue Überwachung der Bürgerinnen und Bürger durch die Stasi (Staatssicherheitsdienst) mit ihren für uns unvorstellbaren Methoden. Es war außerdem sehr interessant und gleichzeitig schockierend zu hören, wie der Bau der Mauer zustande kam und welche Auswirkungen dies hatte. Die Bewohner der DDR konnten Freunde und Familie von einem auf den anderen Tag nicht mehr sehen und das Land nicht mehr verlassen.

Die guten Seiten der DDR

Doch Herr Reuter berichtete auch von positiven Dingen in der DDR wie dem guten Verhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern, welches auf gegenseitigem Respekt beruhte – ein Verdienst der FDJ. Auch galt in der DDR die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Herr Reuter sagte, ihm sei trotzdem klar gewesen, dass die DDR nicht funktionierte. Deshalb unterzeichnete er mit seiner Familie ein Dokument, welches sich gegen einzelne Punkte der DDR aussprach, und musste dafür ein halbes Jahr lang in die Untersuchungshaft der Stasi, bis er im Frühjahr 1989 von der BRD freigekauft wurde.

Heute ist unser Lehrer der Meinung, dass es so viele unzufriedene Menschen in Ostdeutschland gibt, weil viele gute Aspekte der DDR wie die Betriebskindergärten bei der Wende nicht genug berücksichtigt wurden. Er hofft, dass unsere Generation nun für ein gemeinsames Deutschland steht. Am Ende seines Vortrags hatten die Zuhörerinnen und Zuhörer die Möglichkeit, Aik Reuter Fragen zu stellen, die er gerne, ausführlich und mit Humor beantwortete.

Freya Gehlsdorf, 9D1, und Sophia Schreiter, 10D1

Zurück
Persönlichkeiten bilden.