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16.07.2014

 

Der Weg an die Grenzen und zu sich selbst

Nach einem ganzen Jahr Vorbereitung erlebten wir den Höhepunkt der 9. Klasse in der Outward Bound Expedition nach Norwegen.

Viele von uns traten diese Reise mit gemischten Gefühlen an, da man sich anhand der Erzählungen der letztjährigen Neuntklässler, die nicht nur Gutes verhießen, kein allzu positives Bild von dem, was einen erwarten sollte, machte. Und so stiegen wir –  mit einem Kribbeln im Bauch – in die Busse, die uns noch am frühen Abend des Anreisetages vom geliebten und sicheren Heimatort Salem in die norwegischen Höhen geleiten sollten. Die Busfahrt verlief trotz massiven Schlafmangels verhältnismäßig gut und so stiegen wir zunächst auf dem Gelände unserer Partnerschule Herlufsholm in Dänemark aus, um eine neunstündige Pause zu einzulegen. Dort hieß es packen, und die einzelnen Zeltgruppen packten so platzsparend wie möglich Stück für Stück ihren Proviant in die jeweiligen Rucksäcke. Fast ohne Ausnahme genossen dort auch alle ihre letzte richtige Dusche vor den nächsten Tagen in der Wildnis. Nachdem alles gründlich verpackt war und man sich einigermaßen ausgeruht hatte, stiegen wir nun wieder in die Busse und traten das letzte Stück Busfahrt an!

 

Angekommen an unserem Endziel, dem Rondane Nationalpark in Norwegen, wurden die einzelnen Gruppen mit großen Abständen nach und nach aus dem Bus in die Weiten der norwegischen Wildnis geworfen. Und spätestens jetzt hatte auch der letzte realisiert, dass das Abenteuer Norwegen nun endgültig begonnen hatte. Im Nachhinein waren sich alle einig, dass diese Wanderung auch eine der schwersten war. In den folgenden acht Tagen stieß jeder, egal ob beim Solo, beim täglichen Wandern oder bei den ganz normalen Herausforderungen, die das Zusammenleben forderte, an seine sowohl geistigen als auch körperlichen Grenzen. Diese acht Tage ließen jeden von uns wissen, was es heißt, ein Salemer zu sein, und zwar einander zu helfen, die eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund zu stellen und zu versuchen, schwierige Herausforderungen als Gruppe zu lösen. So realisierten wir, dass tatsächlich mehr in uns steckte!

 

Im Laufe der Outward Bound Expedition lernten wir die Tipps und Tricks unserer Gruppenführer schätzen und so gingen wir immer selbständiger durch die Weiten Norwegens. Ein erfolgreiches Gruppensolo, wie es bei jeder Gruppe gefordert war, bestätigte diese Entwicklung. Am achten Tag war Outward Bound dann vorüber und trotz Wiedersehensfreude mit den Freunden und Freude über das Essensbuffet, gab es mit Sicherheit den ein oder anderen Klassenkameraden oder -kameradin, der bzw. die gerne noch einen paar Tage länger in der norwegischen Wildnis verweilt hätte. Nichtsdestrotz stiegen wir wieder in die Reisebusse, die uns nach Herlufsholm brachten, wo wir das Gepäck sortierten und eine lang ersehnte warme Dusche geniessen konnten. Von dort fuhren wir nach Salem weiter.

 

So endete auch für uns die endgültig letzte Etappe unserer Outward Bound Exkursion, die an vielen Stellen sehr anstrengend und nicht immer leicht zu bewältigen war, uns aber im Endeffekt alle weitergebracht hat und für uns ein schönes Erlebnis mehr ist, wenn wir in den nächsten Jahren an die neunte Klasse zurückdenken werden.

 

Tim Ulmer und Tim Stenglein, 9. Klasse

 

Bildergalerie Outward Bound 2014

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